Piratenparteitag Niedersachsen ‘09

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Landesparteitag der Piratenpartei Niedersachsen 2009

Soeben ist der Großteil der Piraten Hameln in Hannover angekommen.

Lars war so frei uns ein eigenes WLAN via UMTS-Stick einzurichten, da – welch Wunder – die zur Verfügung gestellten Netzwerke leicht überlastet sind.

Bin gespannt ob wir hier ähnliche Erfahrungen machen werden wie die Bloggervertretung die momentan in Dresden ihr Vergnügen hat oder ob wir hier wirklich Politik mit Inhalt gestalten können.. Ich hoffe jedoch wirklich, dass hier schneller der “moderne Stuhl” gefunden wird als bei der gestorbenen sterbenden SPD.

Denn auch hier entscheidet sich heute ob es die Piratenpartei schafft,  ihren eigenen Bereich in der Politik abzustecken und für eine moderne und zukunftsweisende Politik bereit zu sein. Warten wir mal die Vorstandswahlen mit Kompetenz und nicht bisheriger Medienpräsenz ab, sowie eine zielführende Umgestaltung der Landessatzung.

Falls jemand aktuelle Informationen über den Landesparteitag haben will, empfehle ich den kurzen Twitter-Hashtag #lptnds09 oder den langsamen Livestream.

Update:

Hier der Stream eingebettet:

Kindergartenjournalismus

Als ich am Samstag, den 27. Oktober 2009 die Pressekonferenz zur Vorstellung der schwarz-gelben Koalitionsvereinbarung auf Phoenix sah, viel mir auf die Fragen der anwesenden Journalisten und dem bis dahin einzig kritischen Journalisten Herrn Wonka, nichts anderes ein, als folgenden Satz zu twittern:

kindergartenjournalismus

Es war bis dahin wirklich Kindergartenjournalismus.

Es war eine herzliche, kichernde und gemütliche Runde, zwischen einigen Journalisten und der Koalitionsvertreter Dr. Angela Merkel (CDU), Dr. Guido Westerwelle (FDP) und Horst Seehofer (CSU).

Es wurden Witze gemacht, einige halbwegs kritische Fragen wurden sich wie Spielbälle zugeworfen und insgesamt näherte sich die Fragerunde ihrem Ende, als Rob Savelberg, Berlin-Korrespondent der niederländischen Tageszeitung “De Telegraaf”, Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die Rolle von Wolfgang Schäuble bei der CDU-Spendenaffäre von 1999/2000 ansprach, weil dieser ausgerechnet Finanzminister der Schwarz/Gelben Koalition werden soll:

Merkels Gesicht wirkt wie versteinert, dass da jemand so frech ist, diese alte, noch immer ungeklärte Geschichte um 100.000 verschwundene DM wieder aufzuwärmen, antwortet nur knapp und ignoriert die weiteren Nachfragen des Journalisten mit Hilfe der Moderation. Dieses beißend sarkastische Nachbohren ist unsere deutsche Journallie nicht mehr gewohnt und erst recht nicht mehr unsere durch oben benannten Kindergartenjournalismus verwöhnten Politiker.

Herr Savelberg hat dies dann auch in einem Artikel mit dem niedlich-holländischen Namen: “Merkel ‘not amused’ na kritische vraag” zusammengefasst.

Ich würde mir wünschen, wenn jemand Holländisch übersetzen kann, dass er diesen sehr lesenswerten – obwohl ja irgendwie trotzdem verständlichen – Artikel ins Deutsche übersetzen würde.

Update: Auf 2muchin4mation.com wurde der Artikel übersetzt, Danke dafür!

Weitere Links:

Spitblog.de – Nächste Frage Bitte

Video: Warum ich die Piraten wähle

Mein Artikel zu meinen Gründen, warum ich der Piratenpartei in drei Tagen meine Zweitstimme geben werde, erscheint am Samstag.

Mir ist bewusst, dass ich dann sicherlich niemanden mehr dadurch überzeugen werde, es mir gleich zu tun, jedoch wird dies auch nicht der Anspruch sein, den ich mir gestellt habe. Eher will ich mich mit dem wohl definitiv nicht ausreichenden und trotzdem eintretenden Wahlerfolg beschäftigen und mein Augenmerk auf die vier Jahre danach legen.

Vorher möchte ich jedoch ein fast objektives und unparteiisches Video zeigen, welches eine Zusammenfassung der letzten Berichterstattungen zum Thema Datenschutz, Sicherheitspolitik und Überwachungsstaat liefert:

Aussagekräftiger kann kein Artikel sein.

Offener Brief an die Nichtwähler

Offener Brief der Piraten an Nichtwähler

Ich erfuhr davon auf Twitter, über @twitgeridoo der ebenfalls den Brief in seinen Blog veröffentlicht hat.

Der Brief ist vom Original ganz leicht abgeändert. Die Originalfassung findet man hier als PDF-Datei.

Liebe Nichtwähler,
Wir schreiben euch diesen Brief, weil ihr die stärkste
politische Kraft in diesem Land seid. Bei der Europa-
wahl habt ihr mit 46,7% alle Parteien weit hinter euch
gelassen. Bei der kommenden Bundestagswahl werdet
ihr voraussichtlich zum ersten Mal stärker als CDU
und SPD sein. Herzlichen Glückwunsch!

Wir können es sehr gut verstehen, dass ihr nicht zur
Wahl geht. Wir haben von der Politik in diesem Land
auch die Nase voll. Alle vier Jahre dürfen wir Bürger
unser Kreuzchen für Kandidaten und Landeslisten
machen, die von Parteifunktionären in Hinterzim-
mern aufgestellt werden. Dafür wird uns vor der
Wahl in professionell gestalteten Werbekampagnen
das Blaue vom Himmel versprochen. Nach der Wahl
werden diese leeren Versprechen dann eiskalt wieder
einkassiert. Die Sachzwänge sind dann schuld, oder
die leeren Kassen.

Zwischen den Wahlen haben wir Bürger ruhig zu
sein. Die Politiker wollen bei ihrer wichtigen Arbeit
nicht gestört werden. Sie bekommen schließlich von
den Lobbyverbänden eine Menge Geld dafür, deren
Entwürfe zu Gesetzen zu machen. Von den knappen
Diäten kann man ja kaum leben und es ist auch viel
bequemer, die Vorlagen der Lobbyisten zu verwenden,
als selbst nachdenken zu müssen.

Kein Wunder, dass dabei oft Gesetze herauskommen,
die nichts als Schaden anrichten. Nach dem elften
September 2001 wurden zum Beispiel viele Gesetze
beschlossen, die uns angeblich vor dem Terrorismus
schützen sollen. In Wirklichkeit beschneiden sie unse-
re bürgerlichen Freiheitsrechte immer mehr. Unsere
Daten werden gespeichert, unsere E-Mails gelesen,
unsere Computer heimlich durchsucht. Die Politiker
behaupten, sie hätten nicht die Absicht, einen Über-
wachungsstaat zu errichten. Dennoch bauen sie so
fleißig daran, dass George Orwell seine Freude hätte.
Liebe Nichtwähler, wir respektieren es, wenn ihr dies-
mal wieder nicht zur Wahl geht. Aber wisst ihr eigent-
lich, dass jede Nichtwählerstimme vor allem den groß-
en Parteien zugute kommt? Wer nicht wählen geht,
stärkt die Große Koalition. Wollt ihr das wirklich?

Die gute Nachricht: Es gibt bei dieser Wahl ein echte
Alternative für Nichtwähler – die Piraten. Wenn ihr
eure Stimme nicht an die Altparteien verschenken
wollt und ein deutliches Zeichen setzen möchtet, dass
sich in diesem Land etwas grundlegend ändern muss,
solltet ihr am 27. September Piratenpartei wählen.

Wir versprechen euch, dass wir nie etwas versprechen
werden, das wir nicht halten können.

Unser Programm ist absichtlich so schlank gehalten,
damit ihr genau wisst, wofür wir stehen:
? für die Stärkung der Bürgerrechte und gegen
den Überwachungsstaat
? für einen transparenten Staat und gegen den
„gläsernen Bürger“
? für eine bessere Demokratie, bei der die Bürger
die Politik aktiv mitgestalten können
? für freien Zugang zu Kultur und Bildung
? für eine Nutzer-orientierte Reform des
Urheber- und Patentrechts

Für diese Ziele werden wir kämpfen. Einen Gemischt-
warenladen aus leeren Versprechungen wie die Alt-
parteien bieten wir bewusst nicht an.
Dienstwagen und Pensionen aus der Staatskasse in-
teressieren uns nicht. Wir können unser Geld woan-
ders besser verdienen. Wir gehen nur deswegen in die
Politik, weil wir es uns nicht mehr leisten können, sie
Menschen zu überlassen, die außer Parteipolitik nichts
gelernt haben. Die Lobbyisten werden natürlich versu-
chen, uns genauso zu bearbeiten wie die Altparteien.
Doch wir sind Piraten – wir sind unbestechlich.

Liebe Nichtwähler, ihr habt es in der Hand, etwas in
der deutschen Geschichte noch nie Dagewesenes zu
schaffen. Wenn ihr bei dieser Wahl ausnahmsweise
nicht zu Hause bleibt, sondern die Piratenpartei wählt,
wird ein Ruck durch dieses Land gehen.
Wir stehen bei euch im Wort. Wenn wir uns korrum-
pieren lassen sollten wie die Altparteien, dürft ihr uns
abwählen und beim nächsten Mal wieder zu Hause
bleiben. Gebt uns dieses Mal eure Stimme und wir
werden euch nicht enttäuschen!

Wir sehen uns am 27. September in der Wahlkabine!
Eure Piraten

Internet ist schuld.

popKOMM fällt aus. pirateKOMM findet statt.

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Wer also heute Abend um 20:00 Uhr in Berlin rumgeistert und nicht so wirklich das Abendprogramm füllt, sollte sich vielleicht ins Maria & Josef am Ostbahnhof begeben. Eintritt frei. Gorny frei.

Mehr Infos: http://www.internetistschuld.de/

Beweg deinen Arsch!

Zur Bundestagswahl 2009 hören Sie nun Wahlwerbung der Partei Blumentopf. Für den Inhalt der Wahlwerbespots sind einzig und allein die Parteien oder politischen Vereinigungen verantwortlich:

Am 04.September 2009 auf Wahl-O-Mat.de gehen und sich ehrlich informieren.
27.September 2009 – Bundestagswahl 2009

Die Kanzlerin über die Piratenpartei

Die Kanzlerin spricht vor den Nutzern auf meinVZ und gab zum Beispiel auf die Frage, was sie denn über die Piratenpartei denken würde, folgendes Statement:

Ja… der… die Existenz der Piratenpartei ist natürlich für uns ein Grund sich natürlich mit den Fragen des Internets insbesondere zu beschäftigen und damit auch mit Fragen des Urheberrechts und des Schutzes der Grundrechte. Beim Urheberrecht ist es ja so, dass bei aller Freiheit im Internet, die wir ja auch wollen…. Wir wollen ja auch das die Menschen die Möglichkeiten nutzen können, natürlich Produkte trotzdem geschützt sein müssen. Es ist für uns ganz selbstverständlich, dass bei gegenständlichen Produkten wir… ähm immer wissen, dass die Designer die die das entwickelt haben auch ihren patentrechtlichen Schutz haben und es müssen natürlich auch die Kreativen, die Künstler ähm die Möglichkeit haben, dass sie was von ihrer geistigen Leistung etwas haben und deshalb werden die Fragen des Urheberschutzes immer wieder auf der Tagesordnung bleiben mit der Weiterentwicklung äh der medialen Welt. Und ich glaube jeder sieht auch ein, dass es auch eine kulturelle Frage ist, man kann nicht einfach alles rauben was andere sich ausgedacht haben.

Was den Schutz der Grundrechte anbelangt so ist dieser Schutz umfassend, dass heisst wir können nicht das Internet ausnehmen von unserem Grundrechtsschutz und deshalb findet natürlich auch die Meinungsfreiheit dort ihre Grenzen, wo unsere Grundrechte, also die Grundrechte auch einzelner Anderer in Frage gestellt würden.

Was sie nun wirklich über die Piratenpartei denkt und wie sie die Punkte der Piratenpartei bewertet, erfährt man nicht wirklich, nett ist aber ihr letzter Absatz über die Grundrechte im Internet…

“[...]Wir können nicht das Internet ausnehmen von unserem Grundrechtsschutz und deshalb findet natürlich auch die Meinungsfreiheit dort ihre Grenzen, wo unsere Grundrechte, also die Grundrechte auch einzelner Anderer in Frage gestellt würden.”

Natürlich…

SPD-Austrittserklärung von Julia Reda

Julia Reda, 22 Jahre, hat via Mail die Bitte geäußert, Ihre Austrittserklärung aus der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands hier zu veröffentlichen um aufzuzeigen, daß nicht nur J.Tauss, J.Kantel und meine Person -aus gegebenen Anlass- ausgetreten sind.

Ich würde mich über die Offenheit und Transparenz weiterer Personen freuen, die bereit sind darzulegen, daß sie aus Gründen der “Löschen statt Sperren“-Debatte aus welcher Koalitionspartei auch immer, ausgetreten sind.

Julia Reda hat das Wort:

profil

Mainz, 18.06.09

Beendigung meiner Mitgliedschaft in der SPD

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Entsetzen habe ich die heutige Entscheidung über den Entwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung von Kinderpornographie in Kommunikationsnetzwerken vernommen. Die inhaltlichen Bedenken gegen dieses an Populismus kaum zu übertreffende Gesetzesvorhaben wurden zwar durch Experten, zahlreiche Medien sowie einige MdBs insbesondere der Opposition überzeugend dargelegt, um Argumente schien es der Regierung aber in dieser Debatte nicht zu gehen.

Dass die beschlossene Internetzensur keinen Fall von Kinderpornographie zu verhindern vermag, im Gegenteil die Täter sogar schützt, muss jeder feststellen, der sich mit dem Thema näher befasst hat. Erfahrungen mit DNS-Sperren etwa aus Schweden haben gezeigt, dass diese ein völlig unwirksames Mittel zur Bekämpfung von Kinderpornographie darstellen. Wenn es den Abgeordneten der großen Koalition tatsächlich um das Wohl der Kinder ginge, würden die konsequente strafrechtliche Verfolgung von Missbrauch, Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit, vor allem aber die Löschung von in Deutschland gehosteten Web-Inhalten geeignete Mittel darstellen, die die Freiheitsrechte des deutschen Volkes unangetastet ließen. Dass ein Erreichen der Löschung kinderpornographischer Inhalte im WWW in den meisten Fällen binnen kürzester Zeit möglich ist, haben Kontaktierungen von Contentprovidern auf der Grundlage von Sperrlisten aus anderen Ländern bewiesen. Ein solches Engagement von staatlicher Seite kann man hingegen nur im Kontext von Online-Betrugsversuchen bemerken – wenn es um Geld geht, klappt die internationale Zusammenarbeit da plötzlich ganz hervorragend.

Die SPD versteht sich gerne als Volkspartei. Allerdings muss sie sich nicht wundern, wenn angesichts der dreisten Missachtung einer beispiellosen, von über 134.000 Mitzeichnern unterstützten Petition viele Bürger diese Einschätzung nicht mehr teilen. Die Zugeständnisse, die etwa in Hinblick auf die Speicherung von IP-Adressen der Besucher gesperrter Webseiten gemacht wurden, sind mir durchaus bewusst, ändern aber nichts an der Tatsache, dass mit der Internetsperre eine kaum zu kontrollierende Zensurinfrastruktur aufgebaut wird. Deren mittelfristige Ausweitung auf andere Bereiche als die Kinderpornographie, wie sie auch in anderen Ländern mit geheimen DNS-Sperrlisten nicht lange auf sich warten ließ, kann man fast schon als historische Zwangsläufigkeit bezeichnen.

Mein Verständnis für die derzeitige Politik der SPD hört spätestens da auf, wo selbst Verfassungsmäßigkeit und Menschenrechte hinter Populismus und Wahlkampfgetöse zurücktreten müssen. Von Bedenken, dass der Gesetzgeber mit der Internetsperre in Kompetenzen eingreift, die das Grundgesetz den Ländern zuspricht, einmal abgesehen, handelt es sich bei dem Gesetzesentwurf schlicht und ergreifend um die Einführung von Zensur. Durch Emotionalisierung der Debatte und die Instrumentalisierung der schutzlosesten Mitglieder unserer Gesellschaft, der Kinder, werden nach orwellscher Manier bürgerliche Freiheitsrechte abgebaut.

Die SPD, der ich seit meinem 16. Lebensjahr angehörte, hat sich spätestens heute gegen die universellen Menschenrechte und gegen das Grundgesetz gewandt. Meine Loyalität zur Verfassung ist größer als die zur Partei. Daher lege ich mein Parteibuch mit sofortiger Wirkung nieder und hoffe, dass die Sozialdemokraten in Deutschland den Wert der Freiheit wiedererkennen, bevor sie sich selbst in die politische Bedeutungslosigkeit manövriert haben.

Julia Reda

Offener Brief an die SPD-Bundestagsfraktion

Liebe Genossinnen und Genossen,

mein Name ist Torben Friedrich, ich bin 22 Jahre alt und seit fast vier Jahren Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.

Vier Jahre, die für einen 22-jährigen bedeuten, daß er bereits als Jugendlicher politisch aktiv war und mit 18 auch politische Verantwortung übernehmen wollte.

Ich war seit jeher der festen Überzeugung, daß in einer gerechten und demokratischen Gesellschaft die Werte Solidarität, Gleichheit und Freiheit unerläßliche Bestandteile sind, die nie ihre Gültigkeit in einer Gemeinschaft verlieren können, die auf Vernunft und Gemeinwohl aufgebaut ist.

Mir war auch stets bewußt, daß diese Werte keine Selbstverständlichkeit sind, sondern daß in einer sich stetig weiterentwickelnden Gesellschaft um sie ständig gekämpft werden muß.

Meine Überzeugung war es, daß die SPD diesen Kampf am energischsten führt und ich wollte sie in ihrem Bestreben tatkräftig unterstützen.

Heute, am 17.06.2009, wird mir bewußt, daß ich mich möglicherweise getäuscht habe.

Ich vertrete eine Generation, die vollständig mit digitalen Medien aufgewachsen ist, mehr noch, eine Generation, die den Wechsel von analogen zu digitalen Medien nicht bewußt erlebt hat.
Das bedeutet, daß ich bereits seit der Grundschulzeit mit Eltern, Lehrern und Freunden auf digitalem Wege kommuniziert habe, entsprechende Lehrpläne waren bereits um Jahre veraltet.

Mit meinem Eintritt in der SPD war mir bewußt, daß bereits unter rot-grüner Regierung eine Politik betrieben wurde, die nicht den Ansprüchen einer digitalen Gesellschaft genügte. Dies wollte ich ändern.

In den vergangenen vier Jahren der großen Koalition konnte ich jedoch noch weniger Hinwendung zu unserer Generation und ihrer speziellen Belange feststellen, weder in der SPD, noch in anderen etablierten Parteien.

Dennoch habe ich mich seit Beginn des Jahres in besonderem Maße politisch engagiert und stellte mich sogar für die Bundestagswahl auf der Landesliste Niedersachsen als Kandidat zur Verfügung.

Ich sah seit Jahresbeginn, wie die große Koalition die gesamte Lebensweise meiner Generation in Frage stellte und massiv bekämpfte. Für meine Generation völlig selbstverständliche Freizeitaktivitäten, von einzelnen Computerspielgenres bis hin zu sportlicher Betätigung wie Paintball sollten verboten werden. Mitglieder von Schützenvereinen hingegen, die zu Hause mit Kriegswaffen hantieren, blieben unbehelligt und durch die große Koalition protegiert.

Dies sind jedoch geradezu vernachlässigbare Auswirkungen eines seit langem bestehenden Generationenkonfliktes, der seit jeher die Probleme gesellschaftlichen Wandels widerspiegelt.

Was am morgigen Donnerstag von der großen Koalition und somit auch von meiner Partei beschlossen werden soll, hat nichts mehr mit einem erklärbaren Unverständnis zwischen zwei unter verschiedenen Verhältnissen aufgewachsenen Generationen zu tun, sondern verletzt das Rechtsempfinden von vielen Bürgern jeglichen Alters.

Morgen wird der Bundestag einen Gesetzesentwurf zur Abstimmung bringen, der zwar zur Bekämpfung eines brisanten Problems – Kinderpornographie im Internet – dienen soll, dabei jedoch jegliche Grundsätze der rechtsstaatlichen Verhältnismäßigkeit verletzt.

Das Gesetz sieht vor, Kinderpornographie im Internet nicht zu entfernen, sondern nur zu verdecken, um es Konsumenten dieses menschenverachtenden Materials zu erschweren, dieses zu betrachten. Dieses Gesetz verlangt perfiderweise, das zu tun, was den Mißbrauch der Kinder zum zweiten Male noch schrecklicher macht: Wegzusehen.

Wegsehen bedeutet in unserer Gesellschaft nichts anderes, als das Geschehene zu tolerieren. Ich jedoch als 22jähriger Bundesbürger sehe bei jeder gesperrten Seite, die mit einem Stoppschild verdeckt wird, das Versagen unseres Rechtsstaates, da er nicht in der Lage war, dieses Verbrechen effektiv zu bekämpfen, sondern auf ein Mittel zur Zensur zurückgreifen mußte.

Dies birgt die größte Gefahr im morgen zu verabschiedenden Gesetz: Die Erklärung unseres Staates, gegen Rechtsverletzungen machtlos zu sein.

Wo wird die Grenze gezogen?

Noch endet die Sperre bei Kinderpornographie. Ein abscheuliches Verbrechen. Doch wann wird der Staat auch vor weniger schweren Rechtsverletzungen kapitulieren und keinen anderen Weg sehen, als lediglich die Darstellung wenig wirksam zu erschweren?

Hier wird eine Infrastruktur geschaffen, die zukünftigen Regierungen ermöglicht, Zensur zu betreiben.

Welche Inhalte werden dann möglicherweise als unerwünscht betrachtet werden? Tierquälerei? Gewalt? Volksverhetzung? Extremismus? Politische Opposition? Kritik?

Wo wird die Grenze gezogen?

Die Grenze muß meines Erachtens hier und heute gezogen werden, ohne ein solches Gesetz.

Wir dürfen den Kampf gegen solch schwerwiegende Verbrechen wie den Mißbrauch von Kindern nicht aufgeben. Wir müssen effektiv gegen Hersteller solchen Materials vorgehen, nicht gegen das Medium, auf dem es verbreitet wird. Mißbrauch geschieht in der Nachbarschaft, nicht im Internet.

Wenn die SPD als Teil der großen Koalition sich durch Zustimmung zu diesem Gesetzesentwurf eingesteht, daß eine effektive Bekämpfung durch unsere gegebenen gesetzlichen Möglichkeiten nicht erreicht werden kann, sehe ich keine andere Möglichkeit, als meine politische Aktivität anderweitig zu konzentrieren.

Wenn Zensur auf dem Rücken mißbrauchter Kinder durchgesetzt werden soll, wenn das Medium, das meinen Lebensalltag bestimmt und mitbestimmen wird, staatlicher Willkür ausgesetzt wird, wenn die SPD sich von meiner und von zukünftigen Generationen vollständig verabschiedet, bin ich nicht länger bereit, in dieser Partei mitzuwirken.

Die Werte der Sozialdemokratie trage ich weiterhin mit mir und werde diese auch zukünftig vertreten.

Wenn jedoch am morgigen Tage die SPD dieses Gesetz ermöglicht, werde ich der SPD den Rücken kehren.

Tritt das Gesetz in Kraft, trete ich aus der SPD aus und verabschiede mich von einer meiner Generation fremden Partei.

Hochachtungsvoll
Torben Friedrich

Weiterführende Informationen:

Von der Leyen – Viel Show und wenig Konkretes

Kratzen am omnipräsenten Medienspektakel der “Frau von der Lyings”

Wir wissen, was unsere Familienministerin bisher durchgesetzt hat, wir wissen, was sie versucht hat durchzusetzen und wir wissen, was sie durchsetzen will, doch:

Wissen es auch die Anderen?

ZAPP hat am 06.05.2009 – wie immer um 23:00 Uhr – im NDR versucht, mit der Farce der Ursula von der Leyen aufzuräumen, sie zu erklären und zu zeigen was hinter dem “Vorhang” (Vorsicht Wortspiel) der siebenfachen Mutter und allseits beliebten Doktorin steht und in gewisser Weise versucht ihr ein “Stoppschild” (Vorsicht, wieder ein Wortspiel) vor die Nase zu setzen, welches sie wohl wie bisher immer schlicht und einfach umgehen wird:

Soziale Internetfamilien-Politik durch Teilhabe am ZAPP-Video ist gewünscht

Ich kann nur vermuten, wieviele begeisterte ZAPP-Zuschauer diesen Beitrag auf NDR um 11 Uhr – Nachts wohlgemerkt – gesehen haben werden und regelmäßig das Online-Angebot von NDR.de direkt beziehen, doch leider ermöglicht NDR nicht die einfache Teilhabe am wunderbaren Beitrag um so das Video auch auf fremden Seiten einbinden zu können.

Zum Glück gibt es ja in unserer großen Internetfamilie viele Angehörige die die Möglichkeit bieten, Videos auf anderen Plattformen anzubieten um hier das soziale Teilen zu fördern und diesen sehenswerten Beitrag so auch anderen Menschen zugänglich zu machen, sei es durch Forenbeiträge, Email-Verkehr (Videos können leider noch nicht ausgedruckt werden), Blogbeiträge oder den einfachen Tweet für zwischendurch.

Was nun meine Bitte ist könnt ihr euch sicherlich fast denken, meine lieben Wonnepusse und Liebchen:

Teilt doch einfach mal gemeinsam vor eurem Heimrechner in familiärer Atmosphäre dieses tolle Video mit euren Liebsten oder sendet es an Freunde oder Bekannte, die würden sich sicherlich über einwenig Kasperletheater in unserer teilweise poltisch verkümmerten Bundesrepublik über einwenig Unterhaltung freuen.

Und falls ihre auch am Familien-Wochenende noch die ein oder andere Minute zwischen erholsamen Spaziergängen oder Schachpartien findet, könnt ihr ja auch gleich mal dem Onkel von und zu Guttenberg einem Besuch abstatten, denn dass fördert das Zuhören und Durchsetzen in der großen Familie namens Deutschland ungemein. Leider  findet ihr aber den erfahrenen Wirtschaftsexperten in einem anderen Ministerium.

UNTERSCHREIBT DIE ePETION = http://zeichnemit.de