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Zapp-Bericht über die Einmischung der PR-Branche und Ursula von der Leyen

Letzten Sonntag, am 30.November 2009, erschien ein Zapp-Beitrag über die deutsche PR-Branche und Ihre Einmischung in den deutschen Journalismus. Dort hat man Ulrich Müller von “Lobby Control“, Thomas Leif von “netzwerk recherche” und Richard Gaul vom “Deutschen Rat für Public Relations” interviewt und gemeinsam mit Ihnen einen schönen Rundumschlag der deutschen Medien- und PR-Welt in acht Minuten Filmmaterial gepresst. Ein guter und wichtiger, wenn auch irgendwie nach FastFood schmeckender Beitrag.

Betrachtet man das in der Sendung genannte Thema und die in den letzten Wochen begonnenen Diskussion um Nikolaus Brender, die Einmischung der Regierung in die Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten, den Offenen Brief an den Verwaltungsrat des ZDF und die späten Sendezeiten der kritischen Berichterstattung, fragt man sich leider, was auf langer Sicht noch bleibt.

Wenn man dieses um 23:05 Uhr erscheinende Sendeformat, mit der restlichen, alltäglichen und stumpfsinnigen Dauerberieselung der Öffentlich-Rechtlichen vergleicht, ist dieses wichtige Thema in acht Minuten Sendezeit einfach zu kurz angerissen. Es scheint einfach keinen richtigen Platz mehr für kritischen Journalismus in der deutschen Medienlandschaft zu geben.

zensursulaBildquelle: Zapp

Ein nettes Beispiel für eine  Einmischung der Regierung in die Medienlandschaft unter Gebrauch von PR, wird ebenfalls im Zapp-Beitrag kurz erwähnt. Denn auch unsere alte Familienministerin neue Arbeitsministerin Ursula von der Leyen wird “lobend” für ihren am 14.09.2007 erhaltenen Titel zur “Kommunikatorin des Jahres 2007“, erwähnt.

Diesen Preis bekam die Bundesministerin für ihre Leistung im Kommunikationssegment, welche von Ulrich Nies, Präsident der Deutschen Public Relations Gesellschaft, wie folgt begründet wurde:

“Sie hat es mit vorbildlichen Einsatz der Kommunikation geschafft, den Umdenkungsprozess zu den familenpolitischen Themen in unserer Gesellschaft in Gang zu setzen.” -Quelle

Dieser Einsatz von Kommunikation, der einen Umdenkungsprozess in der Gesellschaft in Gang gesetzt hat, könnte man natürlich auch Propaganda nennen und war auch nicht Frau von der Leyen zu verdanken, sondern der Werbefirma Schlenker Public Relations. Denn diese mit Steuergeldern bezahlte Agentur war dafür zuständig, Zeitungsartikel und Hörfunkbeiträge zu produzieren.

Wie betitelt der SWR ihre bereits 2007 erschienene Reportage “Getarnte Werbung” doch so vortrefflich:

Im Klartext: Wir hören Radio oder lesen Zeitung, denken, hier waren unabhängige Journalisten am Werk. In Wirklichkeit aber reinste Eigenwerbung, direkt aus dem Ministerium der Frau von der Leyen. -Quelle

Weiterführende Links:

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Einer sagt was zu “Die PR-Kampagnen der Bundesregierung.”

  1. Knut Says:

    “Was wir von der Gesellschaft und ihrer Welt wissen, wissen wir fast ausschließlich durch die Massenmedien. Gleichzeitig haben wir jedoch den Verdacht, dass dieses Wissen manipuliert wird. Zumindest kommt es extrem selektiv zustande, gesteuert zum Beispiel durch wenige Faktoren, die den Nachrichtenwert von Informationen bestimmen oder Unterhaltungssendungen attraktiv erscheinen lassen. Aber dies Gegenwissen wirkt sich nicht aus. Die Realität ist so hinzunehmen, wie sie von den Massenmedien präsentiert und rekursiv, auf sich selbst aufbauend, reproduziert wird.”
    Niklas Luhmann, deutscher Soziologe

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