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Sparkassen und ihre Geschäftspraktiken im Informationszeitalter

Plastik ist vielleicht eines der wertvollsten Werkstoffe unserer Zeit aber der wertvollste und wichtigste Werkstoff einer Gesellschaft ist auch heute noch Kommunikation. Der Ausgang zu meinem Artikel “Bye Bye Red!” ist dafür ein vernünftiges Beispiel.

Was bedeutet Kommunikation im Informationszeitalter?

Kommunikation ist durchgängig im Wandel. Menschen verändern nicht nur ihre Worte, sondern auch ihre Kanäle, wie sie ihrem Wort mehr Gehör verschaffen können. Zur Zeit wird vermehrt von Menschen das Internet als Soziales Netzwerk entdeckt, um gemeinsam den persönlichen Anliegen mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Wer hier den Anschluss verpasst und diesen neuen Wegen der Auseinandersetzung wenig Beachtung schenkt, kann – wie in den jüngsten Fallbeispielen Jack Wolfskin, Jako & Co. - damit einen großen schwer messbaren Imageschaden erleiden. Wenn jedoch Unternehmen diese Art der Kommunikation als Chance nutzen, sich direkt mit den Anliegen ihrer Kundinnen und Kunden auseinander zu setzen, ensteht ein respektabler und vernünftiger Umgang miteinander.

Marktbezirksleiter Coppenbrügge/Salzhemmendorf entschuldigt sich persönlich

Nach der Veröffentlichung meines gestrigen Artikels “Bye Bye Red!” schickte ich wie gewöhnlich eine kurze Benachrichtung über Twitter an meine dortigen Leser, um sie über das Erscheinen des Artikels zu informieren und erhielt prompt eine ungewöhnlich hohe Resonanz.

Binnen weniger Stunden erhöhte sich die direkte Anzahl der genauen Übernehmer meiner Nachricht auf 117 Stück, wie Rivva momentan anzeigt. Für mich unmessbar ist die Anzahl derjeniger, die eine Nachricht ohne meinen Nickname oder die verwendete Kurz-URL geschrieben haben. Unter den direkten “Retweets” war mehrfach auch ein Bot namens @SparkasseRT der für das Unternehmen anscheinend als Filter dient, um das aktuelle Meinungsbild der Nutzer auf  Twitter zu spiegeln.

Mir war bereits zu dem Zeitpunkt bewusst, dass somit das Unternehmen über meinen Artikel informiert war, erwartete jedoch ehrlich gesagt trotz dieses automatischen Newsgenerators und einen Kommentares von einem angeblichen Mitarbeiter auf meinen Artikel, erstmal keine offizielle Reaktion. Ich sollte mich täuschen.

Gegen 17:00 Uhr erschien heute die betroffene Angestellte und der Marktbezirksleiter Coppenbrügge/Salzhemmendorf der Sparkasse Weserbergland persönlich vor unserer Haustür und entschuldigten sich ausdrücklich und engagiert für die entstandenen Umstände und das ärgerliche Fehlverhalten. Es wäre

ein einmaliger Ausrutscher gewesen, der nicht zu entschuldigen sei.

Ebenfalls unterhielten wir uns ausführlich über die beidseitig unangenehme Situation und wir wurden sehr detalliert aufgeklärt, wie es zu solch einem Fehler kommen konnte. Abschließend erhielt meine Liebste ein angemessenes Entschädigungsangebot für die entstandenen Unannehmlichkeiten.

Ich muss zugeben, ich bin beeindruckt.

Sparkasse gewappnetes Vorbild 2.0 für andere Unternehmen?

Ein “Verbund” mit ca. 251.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schafft es in weniger als 24 Stunden die betroffenen Personen – die ich absichtlich nicht namentlich erwähnen wollte – zu recherchieren, die regional zuständigen Personen über den Sachverhalt aufzuklären und darauf persönlich mit den Betroffenen zu sprechen und die Situation für den Kunden ausgesprochen zufriedenstellend zu klären.

Davor ziehe ich meinen Hut. Direkte und schnelle Intervention mit Kundinnen und Kunden, die ihre Probleme “einfach mal so” ins Internet stellen.

Wenn auch andere Firmen, Unternehmen oder Organisationen diese Möglichkeit der Interaktion für sich entdecken, würde dies nicht nur die positive Kommunikation mit den betroffenen Personen fördern, sondern auch ein bessere Kundenpolitik “auf Augenhöhe” realisieren.

Denn eins hat die Kommunikation “der einfachen Leute” im Internet geschaffen:

  • Schnelle und große Reichweite.
  • Durchgängige und nachträgliche Präsenz.
  • Transparenz und recherchierbare Objektivität.

Mein Fazit zu diesem Fallbeispiel gelungener Firmenpolitik im Internet ist eine vorbildliche, wenn auch nun wohl für alle betroffenen Personen späte Handlung, die so nicht hätte passieren müssen.

Zur erwähnten Transparenz und Reichweite ist noch zu erwähnen, dass hoffentlich zur lobenswerten Kundenkommunikation der Sparkasse Weserbergland, auch eine couragierte Mitarbeiterkommunikation gehört.

Denn letztendlich sind nun die abschließend betroffenen Personen die Mitarbeiterin der Filiale und ihr MBL, die beide ihren Sachverhalt dargelegt und sich bei uns eindeutig entschuldigt haben.

Hoffen wir, dass diese einmalige Lappalie keine weiteren Konsequenzen für beide Parteien mit sich bringt und dieser Artikel genauso viel Anklang findet, wie der vorherige.

Denn nur dann ist ein fairer Umgang miteinander gewährleistet.

Bisher wurde kein Kommentar hervorgehoben.

24 sagen was zu “Sparkasse 2.0 – Kommunikation par Excellence?”

  1. Bye Bye Red! Says:

    [...] Update: Die Sparkasse hat sich persönlich entschuldigt. [...]

  2. John Doe Says:

    Dieser Schritt zeigt von Grösse. Hut ab. Ob die Postbank dies in den kommenden Tagen auch macht ?

  3. @electro_banker Says:

    Danke für diesen Beitrag. Ich bin froh, dass ich dazu einen kleinen Beitrag habe leisten können.

    Ein fröhliches Glückauf aus dem Ruhrgebiet

    Udo Gimbel
    Leiter Electronic Banking
    Sparkasse Witten

  4. Thomas Says:

    Ich muss sagen, dass ich ebenfalls ziemlich beeindruckt von der Organisation des Sparkassenverbundes und auch von der Reaktion der betroffenen Sparkasse bin. Fehler können natürlich immer passieren. Aber in diesem Fall ist absolut klasse, wie Web-Monitoring und Qualitätsmanagement ineinandergreifen und Zusatznutzen stiften. Dieses Beispiel werde ich mit Sicherheit noch oft heranziehen, wenn es darum geht Kundendialog 2.0 zu erklären.

  5. abe Says:

    Hut ab vor der Sparkasse, man sieht nicht mehr oft daß einzelne oder gar ganze Firmen zu ihren Fehlern stehen, und die dann auch in persönlichen Entschuldigungen wiedergutzumachen versuchen.
    Viel öfter wird vertuscht, dementiert, etc. bis Gras darüber gewachsen ist. Insofern – klasse daß die demokratisierte Meinungsbildung im Netz solche positiven Reaktionen hervorbringt. Leider braucht es aber auch immer den Druck dieser Öffentlichkeit und Aufmerksamkeit um das beschriebene Einlenken zu erzeugen, statt daß man von vornherein solche super-GAUs vermeidet…

  6. FinnVonDue Says:

    Ehrlich gesagt sehe ich hier keinen Grund meinen Hut zu ziehen. Du befindest Dich in der hier nicht unerheblichen Lage, dass Du in ein gut frequentiertes Blog schreibst und im Endeffekt war es doch wohl Glück, dass die betroffene Sparkasse darauf aufmerksam gemacht wurde.

    Dieses Glück hat Oma Friede, die es nicht versteht medial Aufmerksamkeit zu erzeugen nicht. Wenn es sich wirklich um einen einmaligen Fehler handelt, ist eine Entschuldigung das Mindeste, was die Sparkasse hier bereit sein muss zu leisten. Dafür gelobt zu werden kann nur der erwarten, der sonst nicht mal das gewährleisten kann.

    Wenn es sich im Übrigen nicht um einen Einzelfall handelt und derartige Verfahren der Sparkasse Methode sind, wird das mit Sicherheit weiterhin ungehört bleiben.

    Die Sparkasse hat dieses Mal einfach Pech gehabt und Glück zugleich das sie nun als Web2.0-Bank gepriesen wird.

  7. Grumble Says:

    Sehe es ähnlich wie FinnVonDue.
    Es war ein ziemlich heftiges Fehlverhalten und du bist nicht gerade eine Person, die es “einfach mal so” ins Internet schreibt.
    Max Mustermann stellt sowas vielleicht auch ins Internet und bekommt längst nicht eine so hohe Aufmerksamkeit wie Du.
    Oder was wäre, wenn Ihr es nur in der Filiale bemängelt hättet, wie es sicherlich die meisten Menschen täten? Dann hätte kein Hahn danach gekräht.

    Dein Beitrag lässt zwar den richtigen Ansatz im Raum, dass Firmen schnell agieren müssen aber sicherlich macht dies selbst nicht die Sparkasse bei Hinz und Kunz, die keine Ahnung von medialer Präsenz haben…

    Ich glaube die haben gesehen, dass es jemand mit relativ hoher Aufmerksamkeit ist, schnell die Notbremse gezogen und dir ein so hohes “angemessenes Entschädigungsangebot” gemacht, dass du nicht von der eigentlich selbstverständlichen Reaktion sondern von der $parkass€ überzeugt bist.

    Wie auch immer sie es so schnell hinbekommen haben (wohl eher durch @electro_banker), es macht Sie nicht zur Sparkasse 2.0…

  8. Reindlgate Says:

    Wegen einiger Tweets machen die so ein Brimborium? LOL! Find ich beachtlich!

  9. Alex Says:

    @Grumble & @FinnVonDue

    Sie haben sich aber ausgesprochen Mühe gegeben und da wäre ich auch überrascht. Wurde vereinbart, dass du über die Entschädigung nicht schreibst @Fritten?

  10. Maex Says:

    Das Lobgehudle verstehe ich nicht …

    Du schreibst:
    Die Dame ist da wohl neu gewesen und eventuell nach dem Auftritt meiner quasi-Schwiegermutter sowieso wieder im Reinigungsservice der Sparkasse.

    Also war denen da doch wohl klar, dass sie einen massiven Bock geschossen haben. Alleine das waere schon ein Anlass fuer eine Entschuldigung, das geht noch ganz ohne Internet und Recherche.

    Und mit Internet und Recherche geht es auch ganz leicht, weil der Name der Filiale ja erwaehnt wurde. Dass dann ein leicht zu verstaendigender Marktleiter beim Morgen-/Mittagsappell rauskriegt wer schuld ist, ist wohl ein leichtes …

    Ohne genaue Insiderinformationen, was und wie es abgelaufen ist, bleibt alles doch nur reine Spekulation.

    Dass sie euch entschaedigen ist ist ein netter Zeug, ok. Aber auch das nuetzt Dir nix, wenn sie nicht garantieren koennen, dass soetwas
    nicht wieder vorkommt. Und nachdem was man in den Kommentaren gelesen hat, koennen sie das gar nicht garantieren. Also von wegen einmalig.

  11. Maex Says:

    Ach ja und in der Bio des “SparkasseRT steht uebrigens:
    Kein offizieller Account der deutschen Sparkassen. No official account of the german saving banks.
    Soviel zu Spekulationen.

  12. Dukat Says:

    Bei allem Verständnis für fehlerhaftes Handeln, aber so ein Verhalten wird durch eine Entschuldigung auch nicht besser. Der Vorgang zeugt von assozialem Verhalten, zumindest aber von geistiger Unreife. Banken wollen für Seriosität und Vertrauen stehen, entfernen sich durch ihre Praktiken immer mehr davon.
    So eine SK sollte man verklagen und den Fall in der Presse publik machen, damit die nötigen Lehren gezogen werden. Die Mitarbeitern würde ich einen Monat zum manuellen Geldzählen verdonnern.

  13. Jan Schejbal Says:

    Wurde angeboten, die Fahrtkosten zu ersetzen bzw. irgendwie für die verschwendete Zeit zu entschädigen?

  14. Das VOLCK Says:

    Was die ganze Hutabzieherei jetzt hier soll verstehe ich nicht – das ist einfach nur selbstverständlich, dass die Euch für den entstandenen Schaden entschädigen – zudem ist es gerissen, denn Ihr könntet womöglich mit einer Schadensersatzklage viel mehr rausholen.
    Dennoch ist es ein Indikator für das katastrophale Normalbild dessen, was man in DE “Kundendienst” nennt, das sowas schon als “highlight” betrachtet wird. Wir Deutschen sind es einfach dermassen gewohnt, dass man verachtet, für dumm verkauft und verarscht wird, dass man sich schon freut wie ein Hündchen, wenn sich mal jemand angemessen verhält. Aber wen wunderts, wir wählen ja auch dieselben Leute erneut als Regierung, die uns den grössten Betrug aller Zeiten als “notwendige Massnahme zur Rettung systemrelevanter Banken” verkauft haben. DUMM DUMM DUMM: Megadumm.

  15. Andreas Says:

    was war denn nun der genaue Grund für die sperrung / bzw die wahl dieses als Komunikationskanal zunutzen?
    die Begründung eurer Bank, wieso das ein Einzefall war etc wäre duchaus spannend.

  16. eichsfeldhasser Says:

    Die (nach diversen Fusionen jetzige) Volksbank Rhumetal
    verfährt genauso.Kontoaktivitäten eingestellt und damit
    Bankeinzug für Krankenkasse nicht ausgeführt im
    Anschluß zu einem Anschreiben um Hörigkeit zu erzeugen.

    Die Punkte des Anschreibens waren telefonisch geklärt
    worden, aufgefallen und geplatzt ist der Vertragsbruch
    nur dadurch das der Sachbearbeiter vergaß das Konto
    wieder freizugeben und die Krankenkasse “Weltuntergang”
    meldete.
    Fazit: Instant Kündigung mit öffentlichem Weitersagen.

  17. Jörn Says:

    Das ist in der Tat hochgradig beeindruckend. Kundennähe entsteht offenbar gerade wieder durch Twitter, Blogs und Co. Und so geht man doch zufrieden ins Wochenende. :)

  18. joblack Says:

    Erst mal hat sich nicht ‘Die Sparkasse’ entschuldigt. Jede Sparkasse in einem Ort ist selbstständig. Durch die schönen Google Maps Illustration war es auch es sicherlich auch nicht so schwierig die entsprechende Kunden herauszufinden.

    Des weiteren hatte sogar der Telepolis Verlag nachgefragt da war das ‘Entschuldigen’ eher eine Art von Damage Control. Ohne die Medienantwort auch von grösseren Medien wäre das sicherlich nicht passiert.

    Man sollte sich klar sein dass Bankberater eigentlich Bankverkäufer sind. Sie beraten den Kunden nicht primär sondern sind erst mal auf eine Gewinnabsicht aus.

    Ich persönlich gehöre wohl auch zu den informierten Kunden (Patienten genannt) …

    Übrigens hatte ich auch ein interessenten Zusammentreffen mit der Volksbank Tiengen. Meine Tante hatte dort ein Sparbuch für mich angelegt aber nach einiger Zeit nicht mehr nachtragen lassen. So bucht die Bank nach einiger Zeit (bei manchen 5 bei anderen 10 Jahre) das Kontoguthaben einfach auf ein anderes internes Konto und verzinst es nicht mehr.

    Dann wird abgewartet ob sich der Kunde noch melden. Nach der Schuldenfrist ist das Geld wohl weg.

    Ich hatte nachgefragt wo das mit den 5 bzw. 10 Jahren steht. Man hat mir irgendwas mit AGBs gemurmelt.

    Meine Folge daraus war auch ‘Damage Control’. Das Sparbuch umgehend aufgelöst und aufs Tagesgeld verfrachtet. Ich kann jedem empfehlen von Sparbüchern die Finger zu lassen – das ist meiner Ansicht nach eine Verarsche.

  19. Bibi Says:

    Nicht schlecht, beim Lesen des ersten Artikels ist mir ja wirklich die Galle hochgekommen.

    Durch diesen Artikel wurde ich aber wieder mal daran erinnert, dass vorgestern meine EC-Karte der Deutschen Bank bei Plus/Netto erst funktioniert hat und nen halben Tag später bei REWE nicht mehr. Morgen in der Stadt nochmal ausprobieren. Vll. haben die ja unser Konto gesperrt, weil wir uns noch zum letzten Schreiben der DB (wir möchten Ihnen neue Sachen vorstellen) gemeldet haben. …

  20. Protokoll vom 31. Oktober 2009beiTrackback Says:

    [...] Sparkasse 2.0 – Kommunikation par Excellence? [...]

  21. Freiheit Says:

    Alleine der Gedanke das Konto “nur mal eben so” für das Abgreifen von Informationen zu sperren, stellt einen nicht zu akzeptierenden Eingriff in das Recht auf Informationelle Selbstbestimmung dar! Die Angestellte wird nicht auf ihre eigene Intention gehandelt haben. Die, die hinter dieser Praxis stehen, und solche GG widrigen Praktiken ihren Angestellten “befehlen”, die das ja dann auch machen werden, weil sie ja auch morgen noch zur Arbeit kommen dürfen wollen, kennen wir doch nun schon zur Genüge! Das sind die geldgierigen Hasardeure die uns spätenstens seit 2008 durch alle Gazetten bekannt sind, denen es aber Scheißegal ist, ob die Blase nun schon etwas geplatzt ist oder nicht! Es geht weiter! Alles muss raus, alles wird mitgenommen. Und da ist den Urhebern solcher Praktiken des Kontosperrens das Recht und die Freiheit der Menschen Wurst! Alles nur Humankapital das es abzuschöpfen gilt!

    Ich verstehe wirklich nicht, wie Sie sich derart von diesen, ich kann nur sagen Verbrechern, einwickeln ließen. Die süßen Worte nach dem Zentner gefressener Kreide lassen nur einen Schluss zu. Die furchtbare Angst der Verantwortlichen vor einer Strafanzeige nach allen rechtlichen Gesichtspunkten, und der daraus resultierende Imageschaden der Sparkasse, die ja noch immer meint eine der Guten zu sein.
    Meiner Meinung nach hätten Sie diese Sache bis zum Ende durchziehen sollen. In diesem Fall wirken Sie nicht gerade Authentisch für mich. Der Anfang war Super! Aber das Ende Ihrer Geschichte unterscheidet sich nicht im Geringsten von dem Procedere in der “freien” Wirtschaft.
    Sie haben es nicht nötig sich kaufen zu lassen! Ihr Leben und ihre Freiheit haben Wert! Schützen Sie das auch!

    Ich wünsche Ihrer Freundin und Ihnen eine schöne Woche.

  22. SigmundDerGeschröpfte Says:

    Na dann kann ich ja auch meine Geschichte beitragen, die mit Bank, dem Mobilfunkanbieter O2 und dem Amtsgericht zu tun hat. Seit knapp einem halben Jahr wuchs meine Mobilfunkrechnung auf 120 Euro pro Monat (nachdem Telefonica O2 gekauft hat). Ich widersprach im O2-Shop gegen die Beiträge. Nix passierte. Also zahlte ich die Rechnugn erst mal nicht. Ich bestand darauf meinen Vertrag zu kündigen, da er eh gerade ablief. Ich befand mich gerade in einem Umzug und bin daher in meiner alten Wohnung nur einmal pro Woche mein Post in der alten Wohnung holen gegangen.

    Eines Mittags gehe ich zu meiner Bank und bekomme kein Geld mehr am Automaten. Ich dachte der Automat sei leer und schaute im Online-Banking nach. Da gab es den kleinen Eintrag: “Bitte melden Sie sich bei Ihrem Berater” Gesagt getan bin ich zu meiner Hausbank gelaufen und werde informiert, dass ein Inkassounternehmen mein Konto über das Amtsgericht sperren lies. Mehr als diese Information und eine Telefonnummer bekam ich nicht. Dann habe ich dort angerufen und es ging ein Anwalt drann. Dieser erklärte mir, dass O2 meinen Vertrag gekündigt hätte. Es wäre auch ein Mahnbescheid rausgegangen. Ich habe keinen Bescheid in meinem Briefkasten gefunden. Der Anwalt sagte mir “Mahnbescheide kommen immer an, die werden von einer speziellen Firma zugestellt”. Aus einem offenen Posten in Höhe von etwa 90 Euro sind nun Gerichtskosten und Mahngebühren von über 600 Euro entstanden! Dann sagte man mir, ich solle knapp 60Euro pro Monat Ratenweise abzahlen. Ich teilte dem Anwalt mündlich mit, dass ich gegen diese Forderung Widerspreche. Er aber sagte mir: Es sei bereits Amtsgerichtlich bestätigt, da ich mich nicht gemeldet hätte. Das ist sehr witzlos, weil ich die Post nie bekam. Nun soll ich also knapp 60 Euro pro Monat abstottern. Gehe also zu meiner Bank und will die 60 Euro überweisen lassen, damit die mir endlich wieder mein Konto freischalten. Und was passiert? Ich darf nix überweisen, weil mein Konto ja gesperrt ist. Ich frage diese Person, Ja bitte, wie soll ich denn dann das Geld überweisen? Die Person antwortet: Ja, das ist ein Problem, da können wir aber nix machen, weil es ja gesperrt wurde. Ich frage dann noch, wie soll ich mir denn jetzt etwas zu Essen kaufen, oder Porto für Briefe oder anderes zahlen? Antwort: Da können wir leider nicht weiterhelfen. Darüber hinaus sollte ich dann auch noch etwas unterschreiben. Eine Drittschulderklärung, damit die Gläubiger alle meine Kontostände einsehen können. Das habe ich natürlich abgelehnt. Ich bin selbständig und habe das Glück, dass mich meine Kunden Bar bezahlen. Das Geld sieht die Bank in nächster Zeit erstmal nicht. Das ist doch lächerlich. Man muss Geld überweisen um die Sperre aufzuheben, aufgrund der Sperre kann ich aber nix überweisen. Ich habe ein Dispo auf dem Konto. Das wurde durch diese Aktion auch automatisch gekündigt.

    Jetzt darf ich also Geld Bar einzahlen um diese eine Überweisung auszuführen, damit mein Konto nach etwa einer Woche wieder freigeschaltet wird. Darüber hinaus wurden aus 90 Euro über 600, weil ich meine Post nicht bekommen habe. Wenn ich ein Einschreiben per DHL schicke, bekomme ich das Teil in die Hand gedrückt und muss etwas unterschreiben. Das Amtsgericht darf das Zeug scheinbar irgendwo einwerfen.

    Und das soll unser Staat sein? Eine Telefongesellschaft zieht einen ab, statt dass ich kündige, kündigen die mich. Dafür soll ich nochmal das sechsfache Zahlen, komme nicht an mein Geld ran und werde auch für Überweisungen gesperrt, die ich benötige um diesen Mist zu bezahlen.

    Danke O2. Hier mal öffentlich: Macht keine Verträge mit O2, solange die eine solche Inkassomentalität haben. Danke Deutschland. Dubiose Forderung einer Company einzutreiben und einen erwerbstätigen Menschen dadurch zahlungsunfähig machen, weil sein Konto gesperrt wurde und er nicht mal mehr überweisen darf. Dispo kündigen und Liquidität reduzieren.

    Das ist eine Maffiawirtschaft.

    Ich habe die Piraten gewählt, von diesen Maffia-Heinis bekommt keiner mehr meine Stimme und keiner mehr mein Geld.

    Mein Rat:
    Bei Mobilfunk: NUR NOCH PREPAID! Keine Verträge machen mit irgendwelchen Heinis, die euch einfach nur eine Rechnung schicken und ihr wisst nicht mal wo die Posten herkommen.

    Ergebniss: Einer Company das Geld einzutreiben scheint eine hoheitliche Aufgabe unseres Staates zu sein. Die Dubiosen Machenschaften und die Situation des Kunden ist dabei um jeden Preis egal. Diese Wirtschaft ist am Ende. Wird Zeit für eine neue. Mein Vertrauen ist dahin. Soviel dazu.

  23. Freiheit Says:

    Ihre für mich sehr nachvollziehbare Ohnmacht, gegen solche widersinnigen Praktiken nichts, und wirklich überhaupt nichts in der schnelle der Zeit unternehmen zu können, verstehe ich sehr wohl. Der weitere Werdegang wird langwierig und teuer.
    Jedoch können Sie für dieses Verhalten verschiedener privater Unternehmen keinen Staat verantwortlich machen!

    Ein Staat ist definiert durch: Staatsvolk, Staatsgebiet, Staatsverfassung!

    Überlegen Sie in einer ruhigen Stunde einmal, was davon für die BRD zutrifft.

    Ich wünsche Ihnen trotz, und gerade wegen Ihrer Probleme eine schöne Woche.

  24. Mela Says:

    Generell trägt die Sparkasse aber weiterhin ihre Kommunikationsprobleme auf dem Rücken ihrer Kunden aus:

    http://www.nonsensblog.de/?p=125

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