Als ich am Samstag, den 27. Oktober 2009 die Pressekonferenz zur Vorstellung der schwarz-gelben Koalitionsvereinbarung auf Phoenix sah, viel mir auf die Fragen der anwesenden Journalisten und dem bis dahin einzig kritischen Journalisten Herrn Wonka, nichts anderes ein, als folgenden Satz zu twittern:

kindergartenjournalismus

Es war bis dahin wirklich Kindergartenjournalismus.

Es war eine herzliche, kichernde und gemütliche Runde, zwischen einigen Journalisten und der Koalitionsvertreter Dr. Angela Merkel (CDU), Dr. Guido Westerwelle (FDP) und Horst Seehofer (CSU).

Es wurden Witze gemacht, einige halbwegs kritische Fragen wurden sich wie Spielbälle zugeworfen und insgesamt näherte sich die Fragerunde ihrem Ende, als Rob Savelberg, Berlin-Korrespondent der niederländischen Tageszeitung “De Telegraaf”, Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die Rolle von Wolfgang Schäuble bei der CDU-Spendenaffäre von 1999/2000 ansprach, weil dieser ausgerechnet Finanzminister der Schwarz/Gelben Koalition werden soll:

Merkels Gesicht wirkt wie versteinert, dass da jemand so frech ist, diese alte, noch immer ungeklärte Geschichte um 100.000 verschwundene DM wieder aufzuwärmen, antwortet nur knapp und ignoriert die weiteren Nachfragen des Journalisten mit Hilfe der Moderation. Dieses beißend sarkastische Nachbohren ist unsere deutsche Journallie nicht mehr gewohnt und erst recht nicht mehr unsere durch oben benannten Kindergartenjournalismus verwöhnten Politiker.

Herr Savelberg hat dies dann auch in einem Artikel mit dem niedlich-holländischen Namen: “Merkel ‘not amused’ na kritische vraag” zusammengefasst.

Ich würde mir wünschen, wenn jemand Holländisch übersetzen kann, dass er diesen sehr lesenswerten – obwohl ja irgendwie trotzdem verständlichen – Artikel ins Deutsche übersetzen würde.

Update: Auf 2muchin4mation.com wurde der Artikel übersetzt, Danke dafür!

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Einer sagt was zu “Kindergartenjournalismus”

  1. Daniel Kruse Says:

    Großartig, ich kenn den Rob Savelberg! Juhu.