Bärte, ein wichtiges Attribut
Am Freitag, den 14. August 2009 erschien in meiner regionalen Presse – der DeWeZet- ein Artikel mit dem Titel: ”Die Piraten geraten in schwere See“, der inhaltlich das fragwürdige Wortspiel im Titel nicht halten konnte und daher Online unter unterschiedlichen Titeln auftauchte.
Der Artikel von Michael Grüter, der stellvertretende Leiter der Berliner Redaktion der “HAZ” ist, verkaufte diesen Artikel an mehrere lokale Tageszeitungen (zum Beispiel Dewezet, SN, NP, etc.), die ihn lediglich stellenweise gekürzt hatten, jedoch mit den entscheidenden Fehlern weiterverbreiteten.
Der gröbster Fehler beruht auf diesen fragwürdigen Song:
Um den Leserinnen und Lesern unserer lokalen Zeitung den Fehler aufzuzeigen, verfasste ich den folgenden Leserbrief, jedoch meldete ich den Fehler im BILDBlog um dort und nun auch hier eine Art kleine Sicherheit auf Veröffentlichung zu haben:
Des Journalisten Bärte
Zeitungen liefern meinungsschaffende und meinungsbildende Kommentare und Berichte, die den Bürgerinnen und Bürgern Sachverhalte und Eindrücke vermitteln sollen und können, um sich ein besseres Bild der Nachricht zu vermitteln.
Doch wie ist es um die Werte der Journalisten bestellt, wenn Sie einen nicht als Kommentar gekennzeichneten Beitrag über eine neue politische Partei schreiben und veröffentlichen lassen, die in kein bisheriges Links/Rechts Schema so richtig passen mag?
Am 14. August 2009 schrieb Michael M. Grüter, der stellvertretende Leiter der Berliner Redaktion der “HAZ” im Artikel “Die Piraten geraten in schwere See”, der in vielen Zeitungen (Dewezet, HAZ, SN, etc.) erschienen ist, zum Beispiel über die Sängerin Lena Simon, die ein Lied über die Piratenpartei verfasst hat,
dass ihr das Attribut der freiheitlichen, gleichheitlichen und demokratischen Werte fehlen würde. Dies mag vielleicht aus den Zusammenhang gerissen sein und daran liegen, dass der Autor “Bärte” anstelle von “Werte” versteht, eine kurze Recherche über die angebliche Internetpartei im von ihm erwähnten Medium Internet hätte jedoch nicht nur seine Fehldeutung wie seinen grammatikalischen Faux Pas aufgedeckt. Es hätte ihm auch das empfehlenswerte objektive Verständnis eines Journalisten zur neuen Kleinpartei, zum Lied und zu den besungenen Attributen der rechtschaffenden Werte vermittelt.Denn dass es sich bei der Piratenpartei genauso wenig um eine “Internetpartei” handelt, wie bei der CDU um eine “Kirchenpartei”, versteht sich schon dadurch, dass das Internet ein facettenreicher Spiegel der Gesellschaft ist und sich schwer in eine Partei mit unterschiedlichen Schwerpunktthemen pressen lässt.
Auch die Betitelung der “jungen Leute”, die sich als “Aktivisten” in der Partei engagieren, wird denjenigen Mitgliedern nicht gerecht, die sich altersbedingt an das genannte Attribut nur schwer anpassen könnten.
Doch wer einen Artikel mit Zahlen, Zitaten und Zierwörtern füllt, dem fällt es nicht schwer, dies noch mit dem Argwohn und den angeblichen Konkurrenzgedanken von etablierten Parteien (SPD / GRÜNE) zu verfeinern, dabei jedoch die eigentlich aktuell am stärksten betroffene freiheitlich-liberale Partei zu benennen.
Schwarz-Weiß-Malerei sind also anscheinend nicht nur die angeblichen Werte der Piratenpartei,sondern lässt sich dies auch von erwähnten Journalisten der HAZ behaupten, gespickt mit politicher Schwarz-Gelb-Träumerei.
Die Veröffentlichung steht noch aus.
Nachtrag: BILDBlog berichtet über eine Editierung die wohl durch die vielen Kommentare erfolgte. Nach dieser ersten Veränderung wurde zuerst Simons unterstellt, Sie hätte keine Werte, nun nach einer zweiten Editierung wurde der Satz gänzlich gestrichen ohne jeglichen Hinweis. So funktioniert Journalismus im rechtsfreien Raum. Zum Glück schneide ich manchmal noch Zeitungsartikel aus.


