Schulaktion #Scool anders als geplant, doch besser als erhofft.
Gestern am 21. April 2009 fand im Rahmen der Jugendarbeit und Elternaufklärung vom regionalen Jugendbeirat Coppenbrügge die Schulaktion “SchülerVZ, icq & Co. / Internet vergisst nie…” an der Kooperativen Gesamtschule Salzhemmendorf, wo ca. 1.600 Schüler unterichtet werden, an einem sonnigen Nachmittag statt.
Der interaktive Workshop sollte eigentlich zuerst am 24. März 2009 stattfinden, wurde dann jedoch verschoben. Nachdem der richtige Termin stand wurde die Veranstaltung mit einem wundervoll und für den Jugendbeirat kostenlos von Webberie.de gestalteten beidseitig bedruckten Flyer – der 2.000 mal gedruckt und verteilt wurde – einem Zeitungsartikel in der regionalen Tageszeitung, einem Interview im regionalen Radio mit Robert Basic (hier ein Mittschnitt als mp3-Download) und über SchülerVZ und Mundpropaganda beworben.
Als dann auch die technischen Details geklärt waren und die eingerichtete Twitterwall mit vielen Helfern, Interessierten und Anwesenden auf die interessierten Schüler, Lehrer und Eltern warteten… warteten Sie…
Stellt euch vor es gebe Internet und niemand nutzt es… richtig…

Die nach einer noch nicht vollständigen Auswertung bisher gezählten Teilnehmer/Innen der beiden Veranstaltungen:
15:00 Uhr Schüler/innen und Lehrer/innen
- Schüler/innen = 4
- Lehrer = 3
- Eltern = 1
18:00 Uhr Eltern und Öffentlichkeit
- Eltern = 9 (davon: Bürgermeister, Jugendpfleger, Robert, Olli, Lehrer & Vier Eltern)
zeigten oben genanntes Resultat (in der Twitter-Timeline war mehr los). Erschreckend? Peinlich? Beängstigend? Interessant? Uninteressant?
First they ignore you, then they laugh at you, then they fight you, then you win. -M.Gandhi
Doch trotzdem oder gerade deswegen ist die Veranstaltung ein voller Erfolg gewesen, da alle Anwesenden in beiden Veranstaltungen sich beteilligen konnten, Fragen gestellt haben und aktives Interesse am Gezeigten zollten.
Natürlich ist es irgendwie peinlich, dass an einer Schule mit ca. 1600 Schüler/innen und summa summarum also ungefähr 3400 Eltern, nicht mehr Interessierte dagewesen sind und natürlich ist es irgendwie erschreckend, dass alle immer schreien wenn es um die Sicherheit Ihres Kindes geht und natürlich ist es beängstigend, dass trotzdem niemand bereit ist einwenig Informationen verpasst zu bekommen, anstatt dass schöne Wetter zu genießen oder den anderen alltäglichen Verpflichtungen nachzugehen aber es ist – oder soll (oder kann) – mir angeblich egal sein, denn wie mir als Moderator und dem Jugendbeirat als ausführendes Organ mitgeteilt wurde, kommt es nicht auf:
- Desinteressierte Masse, sondern wenige Interessierte;
- Quantität, sondern Qualität und Verständnis des Einzelnen und
- einmaliges Mega-Event, sondern die wiederkehrenden Klein-Veranstaltungen an.
Jedenfalls war der ungefähre Wortlaut von Olli und Robert:
- “Für dein Alter verdammt geil gemacht und think positiv, Jesus hatte zuerst auch nur wenige Jünger.” -RB
- “Lade die Selben die da waren nochmal ein und sorg dafür, dass sie jemanden mitschleppen.” -OK
Beim gemeinsamen, wenn auch kurzen und nur fünfköpfigen Abendmahl kamen auch bereits nette Ideen und neue Vorschläge, die für die nächste Veranstaltung berücksichtigt werden. Wenn dann auch nicht mit der selben Besatzung, doch aufjedenfall den selben Ansätzen.
Und wie sieht es nun mit meinem persönlichen Fazit aus?
Ich kann es nicht beurteilen. Vielleicht sind kleine Gruppen wirklich sinnvoller und man sollte eher nach Interesse solche Informations-Workshops im Bezug auf ORM, Datenschutz und Internetaufklärung anbieten aber im Grundgedanken kann ich meine Präsentation nicht verändern, da leichte Verständlichkeit, lockerer Umgang, direktes zeigen und normaler Sprache für mich die grundlegenden Elemente sind, dass Internet zu erklären, Angst zu nehmen, Aufklärung zu leisten und Wissen zu schaffen.
Mein noch subjektiveres, kritisches und vielleicht nicht unbedingt hier sonst nicht weiter erwähnenswerte Fazit gibt es bald beim PR-Blogger, da Heike Bedrich mich um ein Interview gebeten hatte, welches ich gerne geben werde um andere trotzdem zu motivieren, auf Schüler und Eltern einzugehen und mit Ihnen den Umgang des Internets zu verbessern.
N’Amend
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April 24th, 2009 at 04:07
17 Leute … siiieebzeeehn! Minus 4 “offizielle” Gäste, macht 13. Sag, dass das nicht wahr ist! Wenn ich denke, was Ihr für einen Aufwand getrieben habt, die ganze Orga und Twitterwall und alles …
OK, positiv denken und immer schön nach vorne schauen … aber trotzdem. Wenn es peinlich ist, dann ganz bestimmt nicht für Euch, sondern für viele von denen, die nicht gekommen sind. Erschreckend ist es auf jeden Fall. Wenn es ums Mitarbeiten in Vereinen oder Initiativen geht, kennt man das ja: es bleibt sehr schnell nur ein kleiner Kern übrig, die jeweils üblichen Verdächtigen. Aber hier ging es doch nicht ums Arbeiten, sondern um eine einmalige, interessante und sehr sinnvolle Veranstaltung. Das schlägt alles, was ich an Desinteresse kenne.
Mal ne ganz blöde Frage: Könnte es sein, dass die Kids sich besser auskennen als Du/Ihr denkt und das Ganze für sie kalter Kaffee ist?
Oder ist das Internet gerade bei den Eltern so wenig angekommen, mal abgesehen von ebay und wetter.com, dass es ihnen noch zu fern ist, um überhaupt ein Bewusstsein für die Gefahren zu entwickeln, zumindest ausreichend, um mehr wissen zu wollen? Und die Kids denken, ihnen – ihnen selbst und ganz persönlich! – passiert sowieso nichts?
Kleine Gruppen sind vielleicht intensiver, aber wie wirksam sind sie? Der virale Effekt dauert halt sooo viel länger. Übrigens viral: Habt Ihr schon mal daran gedacht, ein kreatives, kleines, witziges Werbevideo für Youtube zu machen?
Ich hab’s ja nur aus der Ferne mitgekriegt, aber Du/Ihr habt ne tolle Aktion auf die Beine gestellt, da kann ich Robert nur beipflichten.
Das Gandhi-Zitat ist schön. Aber nicht leicht zu leben. Also lasst Euch nicht unterkriegen! Auf keinen Fall!
April 24th, 2009 at 07:25
Ich habe es ja nur von dir persönlich gehört, was ihr in der KGS Salzhemmendorf vorgehabt habt aber ich muss UschaSu und auch dir selber absolut recht geben, denn es kann nicht angehen, dass alle immer auf Lösungen der Politik warten aber nicht bereit sind ihren eigenen Arsch (tschuldige) mal von der Couch hoch zubekommen!!!
Macht es wieder! Schreibt Sendungen im Fernsehen an, die manchmal als Themen Internetgefahren haben und redet mit Ihnen!
Meine Unterstützung bekommt ihr und wenn ich hier aus Hameln nur zwei Leute hinkarre!
gruß,
Jimmy
April 24th, 2009 at 10:47
Es ist ja nett von euch aber ich mache Schülern wirklich keinen Vorwurf und den Eltern noch weniger.
-Welcher Schüler bleibt schon gerne länger in der Schule, wenn dann nicht mal mehr ein Bus nachhause fährt?
-Wieviele Schüler geben die Flyer zuhause auch ab und informieren Ihre Eltern über eine solche Veranstaltung?
Solange man die Schüler nicht wärend der Schulzeit erreichen kann und solange die Flyer nicht direkt an die Eltern gesendet werden, sehe ich keine Chance eine große Masse zu erreichen, stellt man dann noch die Beteiligung der Medien in Frage die so gut wie garnicht darüber berichtet haben.
Nur wir können mit unserem kleinen Budget keine Werbung schalten und wenn man es nicht mal schafft via SchülerVZ Leute zu mobilisieren, dann kenne ich keine andere Lösung, als es lieber im kleinen Rahmen zu probieren…..
Mai 4th, 2009 at 13:45
gute Arbeit trotztdem, der Anfang ist immer schwer, wir können nochmal sprechen, wie wir in Österreich eine Initiative gestartet haben, vielleicht kannst du dir Ideen holen.
Mai 7th, 2009 at 06:59
[...] ich ganz übersehen: Torben wurde zur Schulaktion auf Klaus Eck’s PR Blogger von Heike Bedrich für die Rubrik ‘Nachgebloggt’ [...]