
Man kann sagen am 09. März 2007, 23:50 Uhr MEZ wurde der Startschuss für den deutschen Markt des Microblogging eröffnet. Damals, vor ca. 1 1/2 Jahren bloggte Robert Basic in seinem Artikel: Twitter: was für realtime Netzimmigranten:
Twitter scheint in der Tat momentan kurz vor dem Durchbruch zu stehen, the next big hyped web-startup zu werden. Mein Urin sagt: das passt irgendwie. [...] Also durchatmen, mit dem Web 2 kam zum Erstaunen vieler das Entblößen der Personen via Social Networks und Blogs auf. Nunmehr macht das Web die nächste Tür auf. *kratz*. [...]Â Ja, macht ruhig die Ohren zu, ich kann ja auch nix dafür. Times are changing. [...]Â – Quelle: Robert Basic
Time is Changing… Auch einen Robert Basic…
Über ein Jahr ist es her, 2,182 Tweets (geschriebene Nachrichten) später und mit 1,622 Followern (Personen die mitlesen) im Gepäck, ist RobGreen der ungefähr drittpopulärste Twitteraccount aus Deutschland.
Auch andere Gesichter, die damals pikierten, dass die Entblößung der Internetnutzer in eine neue Runde gehen würde, finden sich heute bei Twitter.
- # 9 : Thomas Gigold schrieb am 10.03.2007, 00:19: Ich habe den Sinn schon nicht nachvollziehen können als ich vor einer Weile eine Einladung dafür bekommen habe; ist eigentlich noch schlimmer als die “ich bin immer per handy erreichbarâ€-Pest (von der ich mich seit einigen Monaten durch konsequente Verweigerung entferne) … via
- Gigold, 3,844 Tweets, 670 Follower ist vor kurzem Papa geworden. (nochmals alles Gute!)
Die oben nur als symbolische Beispiele genutzten Zitate sind wie angemerkt nicht von 2001, wo Twitter das Licht der Welt erblickte und angefangen wurde daran rumzuschrauben, auch nicht von 2006 wo Twitter im März der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, sondern aus dem Jahr 2007.
Wie kam es also, dass gerade mal in einem Jahr die Popularität und die Hemmschwelle für Twitter so gesunken ist oder eher:
Was macht Twitter aus? Wo ist der Hype und wo der Nutzen?

Ich kann die Anfangseinstellung der Zitierten absolut verstehen. Und ich kann ihren Wandel in ihrer Überzeugung verstehen. Denn Twitter hat sich nicht wie erwartet zum FKK-Strand des Web 2.0s entwickelt, sondern in eine viel bedeutendere Richtung.
Twitter dient den meisten Nutzern als Microblog, was soviel heißt wie kurze Nachrichten mit maximal 140 Zeichen zu verfassen um über die neusten interessanten Funde im Internet zu berichten, über tagespolitische Ereignisse zu schreiben oder einfach auch mal das ein oder andere private Ereignis zu dokumentieren. Natürlich kann man auch bis ins kleinste private Detail vorgehen, jedoch wird dies von den meisten Twitterusern nicht praktizipiert. Tweets dienen als eine Ergänzung zur täglichen Informationsflut im Internet. Kurz und bündig auf den Punkt gebracht, was einen gerade beschäftigt.
Twitter ist kein Archiv.
Die anfängliche Sorge, dass man durch durchgängiges Schreiben in Form von Tweets irgendwann zum gläsernen Menschen im Internet wird ist unberechtigt. Denn erstens gibt es die Möglichkeit nicht jedem zu erlauben was man geschrieben hat lesen zu können und zweitens archiviert Twitter lediglich die letzten 200 Posts die man verfasst, danach werden sie gelöscht (jedenfalls nicht mehr zugänglich gemacht), außer jemand hat einen speziellen Tweet als Favorit gespeichert.
Twitter ist ein Archiv.
Der gläserne Mensch hat sich eher in eine andere Richtung entwickelt. Man zieht sich nicht virtuell aus (jedenfalls die meisten), sondern man zieht sich schneller personalisierte Nachrichten rein. Ich selber hatte mir lediglich meine wichtigsten Namen damals beim Bericht von Robert gesichert und wollte mir erstmal anschauen wie sich Twitter entwickelt. Richtig angefangen habe ich nun erst im August 2008 mit twittern und ich bin nicht enttäuscht denn:
1. Man kommentiert mehr fremd.
Mir ist aufgefallen, dass ich mehr und spezieller die Nachrichten und Blogbeiträge lese und kommentiere (und nun auch Musikstücke höre), da sie mich eher ansprechen als via Feedreader. Nach meiner Überzeugung liegt das an dem persönlich vermittelten Verweis: Hier ich hab was geschrieben! Zwar wird man zunehmend vom Twittertool zugespamt, welches bei @tagesschau_de , @yigg , @focuspolitik, etc. noch interessant sein mag aber bei Bloggern einfach nervig ist. Nicht jeder Beitrag ist empfehlenswert (nach meinem empfinden) und fängt dann der Tweet noch nervig mit: New Blog Post: an ist es meistens für mich gegessen.
Ich finde nach einem guten Blogbeitrag sollte man es auch noch schaffen können 140 Zeichen interessant zu gestalten um das Lesen schmackhaft zu machen. Mir ist aufgefallen, dass mich dies nicht nur eher zum kommentieren im Blog bringt, sondern mir auch eine Antwort bei Twitter wert ist.
2. Man bekommt mehr Feedback
Die eigenen Leserzahlen steigen für kleinere Blogger merklich und die Diskussion wird angeregt, jedoch verlagert. Wie erwähnt nutze ich Twitter seit August ausgiebig. Hier meine Twittercounter.com Statistik:

Personen die ich nicht kannte sprechen einen an, andere lernt man kennen und bekommt sie überzeugt das eigene Blog zu lesen. Personen die nicht umbedingt bloggen werden schreibfreudiger und veröffentlichen viele interessante Links die es lohnt zu lesen. Und das Trivialgespräch wird gefördert.
3. Webfremde Personen diskutieren
Politiker (z.B. Hubertus Heil, Barack Obama) erkennen dass Potential von Twitter um mit ihren möglichen Wählern zu kommunizieren und ihnen mitzuteilen was sie gerade bewegt, was sie machen und wie sie gegenüber tagespolitischen Ereignissen stehen. Auch Firmen, besonders StartUps und webbezogene Unternehmen versuchen über Twitter eine Kundenbindung herzustellen. Einige Comedians sollen auch schon gesichtet worden sein und der ein oder andere Sänger aus einer Band, doch Vorsicht: Nicht überall wo der Name dran steht ist auch die Person drin. Viele Persönlichkeiten existieren doppelt und manche sind überhaupt nicht aktiv sondern werden von Fakern betrieben.
Alles in allem ist mein bisheriges Fazit von Twitter.com:
Da es nicht das einzige Angebot als Microblogging-System ist, öfter mal überlastet ist, da die Server-Kapazitäten nicht ausreichen und auch die mögliche Monetarisierung kurz vor der Tür steht halte ich auch dass Projekt identi.ca bereits im Auge.
Trotzdem steht der große Boom von Twitter in Deutschland erst noch bevor.
Man überlege sich die möglichen Folgen wenn Tokio Hotel, Stefan Raab, folgende Popstar-Bands oder Gina Lisa anfangen würden zu twittern. Wenn die BILD-Zeitung dies mitbekommt und darüber berichtet… Bisherige Social Networks wie zum Beispiel StudiVZ, SchuelerVZ oder WerKenntWen haben sich vorallem durch Mundpropaganda herumgesprochen und den Datenaustausch in den Vordergrund gestellt. Genutzt wird dort jedoch von den meisten Personen die Pinboardfunktion, der Nachrichtenverkehr und die Foto-Alben, also der Persönlichkeitsfaktor. Dies wird jedoch von immer mehr (jüngeren) Personen auch wiederstrebend hingenommen und Twitter bietet hier eine richtige Alternative:
- Kurzer und austauschfähiger “Chat-Effekt”.
- Direkter Nachrichtenaustausch.
- Bilderaustausch mit TwitPic.com.
- Mögliche Kommunikation mit Stars&Sternchen.
Wird dies der weniger webinteressierten Welt bewusst, wird der Failwhale von Twitter bald nur noch sagen:
Twitter is currently down for database replication catchup. We expect to be back in about ten minutes. Thanks for your patience.

Mit diesem Beitrag nehme ich an der “Pimp my twitter followersâ€-Blogkette teil.
Weiterführende Informationen:
Direktlink: http://www.twitter.com
Twitterbilder: http://www.twitpic.com
Twittermap: http://www.twittermap.com
Follow Me: http://twitter.com/fritten
23 sagen was zu “Twitter.com | Warum kurz manchmal besser ist.”



September 14th, 2008 at 12:00
Na endlich, der erste Beitrag mit Mehrwert. Ich dachte das bekommt keiner mehr hin bis zum Ende der Parade. Danke dir. Gut geschrieben.
September 21st, 2008 at 18:42
[...] http://www.blogsprache.de/2008/09/13/twittercom-warum-kurz-manchmal-besser-ist/ [...]
Dezember 4th, 2008 at 22:33
[...] blogsprache.de [...]
Dezember 4th, 2008 at 23:44
[...] blogsprache.de [...]
Dezember 5th, 2008 at 09:35
[...] blogsprache.de [...]
Dezember 5th, 2008 at 13:59
[...] blogsprache.de [...]
Dezember 5th, 2008 at 23:05
[...] blogsprache.de [...]
Dezember 5th, 2008 at 23:07
[...] blogsprache.de [...]
Dezember 5th, 2008 at 23:11
[...] blogsprache.de [...]
Dezember 5th, 2008 at 23:13
[...] blogsprache.de [...]
Dezember 5th, 2008 at 23:16
[...] blogsprache.de [...]
Dezember 6th, 2008 at 10:08
[...] blogsprache.de [...]
Dezember 7th, 2008 at 12:24
[...] blogsprache.de [...]
Januar 30th, 2009 at 02:52
[...] aktiv war ich bei Twitter. Hab ich noch im September an der Twitterparade teilgenommen mit stolzen 50 Followern, schaffe ich es jetzt wenigstens schon auf ca. 300 Personen [...]
April 7th, 2009 at 06:28
ich hoffe nur das es ein cooles wetter heut wir, kein bock auf wind und so.chabanoa
April 22nd, 2009 at 14:40
Um 4 gehts zum Geburtstag meines Neffen. Da ist seine Tante, die Frau mit den immer herunterhängenden Mundwinckeln. Meine Begeisterung ist grenzenlos.
April 22nd, 2009 at 20:11
@daniel & @Konny
Ihr seid die wahren Helden des Alltags….
Mai 6th, 2009 at 18:46
versuch macht kluch, dies ist ein probekommentar
Mai 6th, 2009 at 18:48
bin ich hier auf der wahren twitterseite?
Mai 6th, 2009 at 21:38
Ja, ich bin der Besitzer, daher gelb hinterlegt…
Mai 6th, 2009 at 22:20
[...] möchte euch mit wenigen Worten auf die mir bis zum heutigen Tag unschlüssigen Kommentare Nr.15 und Nr.16 im Beitrag “Twitter.com | Warum kurz manchmal besser ist.” hinweisen. Ich [...]
Mai 6th, 2009 at 23:29
[...] Blogs als Twitter-Ersatz nutzen würde? Na dann solltet ihr unbedingt einmal im Artikel “Twitter.com – Warum kurz manchmal besser ist” unter blogsprache.de vorbeischaun. Scrollt dort einmal runter auf die Kommentare und [...]
August 14th, 2009 at 12:30
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