BILD-Leser runter, Preise trotzdem rauf!

Fortsetzung vom 05. Mai’08

Von: Mir und Fritten

Berlin – Millionen Bundesbürger ärgern sich beim Blick auf den Kioskstand immer wieder schwarz: Obwohl die BILD weniger Menschen lesen, müssen die anderen mehr zahlen!

Allein im vergangenen Jahr sparte jeder Bundesbürger im Schnitt 0,0012 BILD-Zeitungen pro Tag ein. Derzeit liegt der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch bei 0,0413 Boulevardblättern. Dennoch wird die BILD-Zeitung immer teurer. Der Preis pro Ausgabe (ca. 16 Seiten) kletterte seit Beginn des Jahres 2008 um satte 20 Prozent auf im Schnitt 60 Cent (siehe Grafik).

Ein Haushalt mit 4 Personen zahlt heute bei einer Ausgabe pro Tag 36,50 Euro mehr pro Jahr – obwohl er gleichzeitig weniger gelesen hat!

TOTAL BESCHEUERT!

Darum müssen wir immer mehr bezahlen:

>>> Es fehlt Wettbewerb!
In den Städten und Gemeinden gibt es kaum noch andere Verlagshäuser außer Axel-Springer. Das macht Preiserhöhungen leichter.

>>> Die Kosten sind hoch!
Für die Instandhaltung des Verlag-Monopols (67 Publikationen) geben Bürgerinnen und Bürger jedes Jahr Hunderte Millionen Euro aus. Die Kosten sind nahezu immer gleich – selbst wenn die Bürger weniger der Publikationen kaufen. Folge: Um ausreichen Einnahmen zu erzielen, setzt der Axel-Springer-Verlag den Preis pro Ausgabe rauf.

>>> Es gibt zu viele Leser!
Bundesweit gibt es täglich rund 3,4 Millionen BILD-Leser. Zu viele, sagen Fachleute – vor allem im Osten. Folge: Um die BILD zu lesen zahlen Ostdeutsche im Schnitt zwar weniger als Westdeutsche. Dafür lesen sie aber mehr!

R.A. aus F. : “Die Ostdeutschen müssen für die Fehlentscheidung, die BILD nach der Wende auch zu lesen, bezahlen. Es gibt heute völlig überdimensionierte Verlagshäuser. Hätte man damals u.a. gleich richtige Tageszeitungen gelesen, wären die BILD-Preise heute auf Null-Niveau.”


Die Grafik zeigt, dass die Auflage in Deutschland seit 1998 um 26,57 % zurückgegangen ist. Der Preis hingegen ist im selben Zeitraum um 41,66% angestiegen. Quelle: INTERNET

>>> Der Verlag verschweigt seine Kosten!
Kein BILD-Leser erfährt, wie sich die Kosten für die BILD-Zeitung genau zusammensetzen. Das verschweigt der Verlag. B.I. vom Institut LDBlog: “Es ist nicht auszuschließen, dass die BILD-Zeitung extra so kalkuliert, dass von ihren Einnahmen auch noch etwas in die eigene Erweiterung Monopolbestrebung fließt. Der Verlag muss seine Kosten offenlegen – das erhöht den Druck, sich zu rechtfertigen und nach besseren Zeitungen zu suchen.”

Das erste Blog zieht bereits Konsequenzen. Auf BILDblog.de hat Blogger Stefan Niggemeier den Verlag verdonnert, die Auflage um bis zu 100 Prozent zu senken. Sein Verdacht: Die BILD-Zeitung schreibt extra so einen Murks!

Leider war dieser Bericht nur ein satirischer, nicht ernst gemeinter aber trotzdem von den Daten fast stimmender, Sommerloch-Füller. Sozusagen ein Tropfen Wasser auf den heißen Stein. Manchmal wünschte ich mir, andere würden an der richtigen Stelle sparen… Kommentare sind erwünscht ;)

Bisher wurde kein Kommentar hervorgehoben.

16 sagen was zu “Warum lesen wir eigentlich sowas?”

  1. Maik Says:

    Wieso ist die BILD im Osten günstiger? Kostet die da noch 50 Cent?

  2. R.A. aus F. Says:

    Sie zitieren mich falsch. Ich bitte um eine korrekte Berichterstattung! Zustände sind dass hier!!!!!!

  3. Manu Says:

    Made my day.
    Super geschrieben, ich hab vor allem bei so Quellenangaben wie “Internet” schmunzeln müssen, die Anspielungen auf die ‘Bild’ sind echt klasse, auch vom Schreibstil her.
    Kurzum: Satire, wie ich sie gern lese und in diesem Fall sogar mit Infomationsgehalt.
    Weiter so =)

  4. Saarlänner Says:

    Sehr gut recherchiert und ausformuliert. Wenn das so weitergeht, wird dieser Blog vom Springer-Verlag aufgekauft werden. Oder zumindest wegen Abkupfern verklagt.

  5. Torben Says:

    @Maik: Ja.

    @R.A. aus F: Entschuldigung. Korrekturspalte gewünscht? 2×2 Pixel wären noch frei?

    @Manu: Gegen Seiten wie die deine hat unsereins keine Chance.

    @Saarlänner: Ich warte auf das Angebot. Vielleicht sollte ich dem Herrn Wagner mal einen Brief schreiben?

  6. Dirk Says:

    Großartig!!

  7. christian Says:

    Witzig – muß aber mal den Spaßverderber spielen: Es lesen – warum auch immer – nicht weniger Leute Bild (sondern immer noch zwischen 11 und 12 Mio). Es kaufen aber viel weniger Leute die Zeitung. Weil Sie teurer geworden ist? Keine Ahnung.
    @ Manu – habe über “Quelle: Internet” auch geschmunzelt. Die Infos sollten dann aber auch stimmen. Alles andere schadet dem Ruf.

  8. Torben Says:

    Hallo Christian, du beziehst dich auf die Verwechslung meinerseits der Leser und Käufer. Du hast natürlich Recht. Die verkaufte Auflage beträgt 3,4 Mio. Hält ja den Sohnemann und die Ehefrau auch nich davon ab mal beim Papa über die Schulter zuschauen.

    Genauso wird wohl auf dem Bau nicht eine ganze Reihe BILD-Leser anzutreffen sein, sondern lediglich das Alphatier mit der Macht über das Seite1-Girl.

    Nennen wir es mal eine beabsichtigte Fehlinterpretation um von einer Schönrednerei abzulenken.

  9. Schaps Says:

    Sehr geile Satire! Weiter so :)

  10. Uwe Says:

    Einfach nur: Großartig :-)

  11. knallbonbon Says:

    es ist zwar ein wunderbarer satirischer artikel-veriss – leider aber ist es einer der ganz wenigen artikel dieses müll-blattes für gesitig minderbemittelte dem leider eine gewisse fundamentale wahrhaftigkeit nicht abgesprochen werden kann. noch dazu mit einer zwar sehr simplifizierten, aber bezogen auf die sonstigen verhältnisse dieses blattes, selten intelligenten schlagzeile:

    warum sparen wir eigentlich so?

    diese frage ist in der tat mehr als nur berechtigt. denn abseits der neuen “energie-krise” und die damit einhergehenden preiserhöhungen der letzten 2 jahre, reflektiert dieser artikel punktgenau das diese “abzocke” eigentlich schon seit X jahren so praktiziert wird.

    verbrauch runter – preise rauf!

    und das tatsächlich nur aus dem schon X-fach festgestellten grund weil kein “echter” wettbewerb auf dem deutschen markt herrscht. weil alles was mit energie zu tun hat einem quasi-monopol unterworfen ist dem man kaum entkommen kann selbst wenn man “den anbieter” wechselt!

    von daher ist es eher als ein fehlgriff zu werten das ausgerechnet dieser artikel aufs korn genommen wurde – auch wenn es außergewöhnlich gut gemacht wurde.

    ein bisschen mehr fingerspitzengefühl beim nächsten mal!

  12. F. Kafka Says:

    @Knallbonbon
    Vorsicht! Wenn sich dieses Drecksblatt angeblich mal wieder für den kleinen Mann einsetzt, dann heißt es wachsam sein!
    Die Wasserwirtschaft, um die geht es letztendlich, ist in D noch meist in kommunaler Hand. Hier soll den Verbrauchern weisgemacht werden, dass, wenn sie privatwirtschaftlich betrieben wird, alles billiger wird.
    Die Stromkonzerne lassen grüßen.

  13. sebastian Says:

    Ich habe letztens einen Werbefilm von Bild aus den 70er Jahren gesehen. Damals betrug die Auflage noch ca. 5 Millionen und damals hat Bild damit geworben das sie 12MIllionen Leser erreicht. Heute ist die Auflage um 1,6 Millionen gesunken und dennoch behauptet Bild weiter 12Millionen Menschen zu erreichen. Ziehen wir mal die eine Millionen Renter ab die morgens ihre Bild wegwerfen bleiben noch 2,4 Millionen über von der aktuellen Auflage. Wie sollen 11millionen 2,4 Millionen exemplare lesen? schwachsinn.

  14. Alex Says:

    Da betreibt einer einen regelrechten Schwarzmarkt mit BILD-Zeitungen….

  15. McLafferty Says:

    Ich habe den Trend der Bild-Auflage ab 2001 mal extrapoliert. Ab 2001 kann man einen linearen Verlauf zu Grunde legen: y = -0,1414x + 4,4789.
    Das heißt, dass Bild etwa Mitte August 2031 vom Markt verschwunden ist. Da habe ich realistische Chancen, das noch zu erleben und das versüßt mir echt das Wochenende.

    :-)

    McLaff

  16. Torben Says:

    McLaff und nicht nur dir…
    Ein schönes Wochenende und 2031 treffen wir uns auf ein Fläschen Sekt in Berlin….

Schreib einen Kommentar